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IoT Eco System, Smart Engineering, Iot systemhäuser

IoT-Eco-Systeme: Partnerschaften beschleunigen Innovation in Smart Engineering 03/2018

Alles was vernetzt werden kann, wird auch vernetzt. Wo es früher deutlich sichtbare Unternehmensgrenzen gab, entwickeln sich heute neue Formen des Miteinanders. Bei IT-Unternehmen stehen vor allem Partnerschaften, sogenannte Eco-Systeme ganz oben auf der Agenda. Dabei geht es darum, Synergien zu schaffen, Aufgaben arbeitsteilig zu erledigen und Systeme aufzubauen, durch die Daten einfach übernommen, weiterverarbeitet und so übergreifende Prozesse abgebildet werden können. Gerade für mittelständische Unternehmen sind Partnerschaften wie diese ein guter Weg an der digitalen Transformation zu partizipieren, ohne die eigene Organisation oder gar die eigenen Kunden zu überfordern. Insbesondere in den Bereichen Hardware, Cloud, Lösung und Infrastruktur können mit Kooperationen enorme Potenziale gehoben werden.

Weltweit verändert die digitale Vernetzung die Wirtschaft nachhaltig. Wer von den daraus resultierenden Chancen profitieren will, muss seine vormals in Beton gegossenen Unternehmensgrenzen öffnen und bereit sein, Partnerschaften einzugehen. Das gilt auch und ganz besonders für IT-Unternehmen. Nur so können gerade auch mittelständische Anbieter Schritt halten. Denn erfolgreich ist, wer stetig Innovationen und Mehrwerte schafft, ohne dabei seine eigene Organisation oder gar Kunden zu überfordern. Die Gefahr, dass genau das geschieht, ist angesichts der heutigen Anforderungen allerdings immens hoch. Überall ist spezifisches Branchen-Know-how gefragt, das zudem mit neuesten Technologien – angefangen bei „Machine Learning“ bis hin zu „Blockchain“ aufgesetzt sein will. Und obendrein ist der Fortschritt in diesen Gebieten bereits in der exponentiellen Beschleunigung – eine Entwicklung, welche die Anbieter zusätzlich unter einen enormen Handlungs- und Innovationsdruck setzt. Vor diesem Hintergrund erscheint es als eine logische Schlussfolgerung, dass wohl gerade diejenigen gut beraten sind, die sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und darüber hinaus ein intelligentes Netzwerk schaffen. Schließlich erscheint es angesichts der aktuellen Entwicklungen fraglich, ob selbst die Megaanbieter und ihre Kunden den erforderlichen Spagat aus vertikaler und horizontaler Innovation wirklich beherrschen (können).

Partnerwahl

Ein funktionierendes Eco-System ist daher nicht nur eine gute Investition für IT-Unternehmen selbst, sondern stellt auch für Interessenten auf der Suche nach einem langfristigen Partner ein wichtiges Indiz dafür dar, dass der Anbieter gute Voraussetzungen dafür geschaffen hat, auch langfristig mit dem hohen Tempo der weltweiten Entwicklung in den verschiedenen Wirtschaftssektoren mithalten zu können.

Laut Experten wie zum Beispiel der Q-loud GmbH ist die Etablierung von Partnerschaften auf insgesamt vier Ebenen sinnvoll und denkbar, wobei Kooperationen mit Unternehmen eingegangen werden, die sich jeweils auf ihre eigene Kernkompetenz konzentrieren und hier zu den Besten zählen.

  1. Hardware-Partner: Anbieter von Hardware können einfach IoT-Security-Komponenten in bereits bestehende Produkte einbringen und werden damit Teil des Gesamtsystems. Über diese Nachrüstung, Retrofit genannt, können schnell und risikolos sogenannte „Smart Devices“ bzw. „Connected Devices“ entstehen. So können zum Beispiel Energiemanagement-Geräte mit einem Protokoll erweitert werden und so in einem sicheren, skalierbaren System diverse IoT-Plattformfunktionen nutzen.
  2. Lösungspartner: Diese verfügen über ausgereifte Branchenlösungen, welche im Kontext von IoT und Industrie 4.0 um IoT-Funktionen ergänzt werden müssen. Beispielsweise kann eine spezielle Visualisierungs- und Analyselösung für das Energiemanagement um eine Schnittstelle erweitert werden, über die Daten aus Sensoren und Energiezählern in Echtzeit automatisch ausgelesen werden, was den Nutzwert der Lösung weiter erhöht.
  3. Cloud-Partner: Gerade im IoT-Umfeld entwickeln sich vielfältige plattformübergreifende Konstellationen, sogenannte Cloud-to-Cloud-Kopplungen. Diese sind dazu geeignet, einen Datenaustausch zu ermöglichen, auch wenn in den einzelnen Systemen unterschiedliche Standards zum Einsatz kommen.
  4. Infrastruktur-Partner: Beim Betrieb von IoT-Plattformen macht es Sinn, auf global verfügbare, skalierbare Infrastrukturen zurückzugreifen. Diese Infrastruktur-as-a-Service (IaaS) wird sehr verlässlich und performant z. B. von Vendoren wie Amazon (AWS), Microsoft (Azure) oder Google (Google Cloud) angeboten. Kann eine IoT-Plattform wahlfrei in diesen Umgebungen betrieben werden, entsteht eine maximale Flexibilität.

Auch Partnerschaften mit Lieferanten, Systemintegratoren oder Netzbetreibern sind darüber hinaus sinnvoll, empfehlen sich aber vor allem in Bezug auf spezifische Projekte, da sie weniger auf die Entwicklung neuer Lösungen zielen.

Die Basis

Ziel der Unternehmen muss es also sein, über fallweise (Projekt-)Partnerschaften hinausgehend ein System zu etablieren, mit dem schnell und skalierbar (Produkt-)Partnerschaften auch zu durchgängigen, vermarktbaren Lösungen führen. Hierfür müssen zunächst einige Voraussetzungen stimmen und sogenannte Integrationspunkte geschaffen werden, wie zum Beispiel ein (1) Standard-Mikroprozessor, eine (2) öffentliche, dokumentierte Datenschnittstelle, die (3) Unterstützung und ggf. Zertifizierung von etablierten Industriestandards sowie die (4) Unterstützung von OpenStack etwa für eine eigene IoT-Plattform.

  1. Mit Hilfe des Mikroprozessors, auf den Zertifikate (Identity) und Schlüssel (Security) geladen werden, können bestehende Geräte schnell und einfach „smartifiziert“ - also zum „Connected Device“ hochgerüstet werden. Somit können Hardware-Partner ihre eigenen Geräte sehr schnell in ein sicheres, skalierbares IoT-System integrieren.
  2. Über eine öffentliche, dokumentierte Datenschnittstelle können Daten mit der IoT-Plattform ausgetauscht werden. Das versetzt Software-Partner in die Lage, ihre (Branchen-) Lösungen schnell und einfach mit einer Vielzahl von Sensoren oder auch Gateways verbinden zu können.
  3. Durch die Unterstützung und ggf. Zertifizierung von etablierten Industriestandards, wie z. B. Azure oder SAP Leonardo, können unterschiedliche IoT-Plattformen durchgängig miteinander kommunizieren und insbesondere auch IoT-Hardware mit den IoT-Plattformen der großen Anbieter genutzt werden.
  4. Die Unterstützung von OpenStack für eine eigene IoT-Plattform sowie der Betrieb in „Containern“ auf beliebigen virtuellen Infrastrukturen ermöglicht den Betrieb einer Plattform bei unterschiedlichsten IaaS-Anbietern.

Gemeinsam stark

Fakt ist: In einer schnelllebigen Zeit gewinnen Partnerschaften immer mehr an Bedeutung und sind Ausdruck einer nachhaltigen, erfolgsversprechenden Strategie. Sind Kooperationen sowohl in der Unternehmenskultur als auch in der Technologie vorgesehen, lassen sich mit vernünftigem Aufwand deutliche Mehrwerte schaffen. Sie versetzen Unternehmen in die Lage, sich weiter auf die Kernkompetenzen konzentrieren können und über die Verbindung der Systeme neue Potenziale zu heben. Damit stehen die Chancen gut, auch als Mittelständler von der zunehmenden Vernetzung zu profitieren ohne dabei den Kopf zu verlieren. Interessenten sollten daher bei der Wahl geeigneter Hardware- oder Lösungsanbieter auf ein gut ausgebautes IoT-Netzwerk achten des möglichen Geschäftspartners achten.

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Christian Pereira

Christian Pereira

Christian J. Pereira ist Geschäftsführer der Q-loud, einem der führenden Full-Stack IoT-Anbieter. Der studierte Maschinenbauer und Informationswissenschaftler (Dipl.-Ing., Dipl.-Inf.wiss.) verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Telekommunikationsindustrie. Zuletzt war Christian Pereira Mitgründer der neuland GmbH & Co. KG.

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