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Smart City - es geht los!

Über Stand und Entwicklung von Smart City Anwendungen diskutierten Vertreter der Stadtwerke aus Heidelberg, Darmstadt, Wiesbaden, Mainz, Mannheim, Wuppertal, Allgäu, Friedrichshafen sowie Vertreter der Entega, items, der WSW und der E&M – ich hoffe ich habe nicht zu viele vergessen. Initiiert und organisiert wurde das Treffen vom Pionier der deutschen LoRa Bewegung Robert Koning (Smart City Solutions) und eingeladen durch die Digitalagentur Heidelberg.

Ein Blog-Beitrag von Christian Pereira, Q-loud GmbH

LoRa Interest Group Treffen in Heidelberg

Die Veranstaltung startete mit sehr authentischen Vorträgen über die die Herausforderungen und praktische Umsetzung von Smart City durch Impulsvorträge von Sebastian Warkentin, Digitalagentur Heidelberg, und der SAP.

Authentisch, da schon hier mit unüblicher Offenheit über die Erfahrungen bei der Einführung von Smart City Anwendungen in Heidelberg berichtet wurde. Berichtet wurde über den Aufbau eines LoRa Netzes in Heidelberg, der Abstimmungs- und Ideenfindungsphase mit den Stakeholdern der Stadt und der Umsetzung von ersten Anwendungen – von der Parkraumüberwachung bis zur Altglasentsorgung. In der Präsentation und Diskussion blieben keine Fragen unbeantwortet und Fragen gab es viele: zur Technik, zur Zusammenarbeit mit der Stadt, zum Geschäftsmodell und dem ROI, das Thema IoT Plattform, die „Killer-Applikation“ und natürlich auch zu Mess- und Steuerungsgrößen bei der Einführung.

Insbesondere die Umsetzung der Altglasentsorgung war dabei ein spannendes Beispiel für den Einführungsprozess. Der Treiber war nämlich weniger eine mögliche Kostenersparnis sondern der Bürgerservice. So wird durch eine bedarfsorientierte Entsorgung angestrebt, überquillende Container einerseits und zu starke Lärmbelästigung andererseits zu vermeiden, was auf die Lebensqualität der Bürger einzahlt.

Best Practice aus der Diskussion

Auch wenn bei der anschließenden Diskussion schnell wieder „Problembereiche“ wie Plattform und Geschäftsmodell viel Raum einnahmen, so ist für mich folgendes deutlich geworden: 

  • Es ist möglich, pragmatisch zu starten aber man benötigt Mut und ein positives Umfeld, um einen ersten Schritt zu wagen.
  • Das Investment ist – insbesondere verglichen mit anderen Netzinvestitionen in Strom, Wasser oder Telekommunikation – so gering, dass das Risiko überschaubar ist.
  • Nicht alle Rahmenbedingungen sind heute schon optimal, es fehlt an hochwertigen Sensoren und die Preise sind oft noch deutlich zu hoch. Aber man kann perspektivisch auf Preisverfall setzen, wenn sich Anwendungen etablieren – dieses Henne/Ei-Problem wird durch pragmatisches Vorgehen gelöst.
  • Der Erfahrungsgewinn durch die praktische Einführung ist schnell und steil. Oft werden im Verlauf des Projektes neue Benefits sichtbar und andere Stakeholder lassen sich anstecken bzw. werden kreativ.
  • Für viele Themen wie Ausbauplanung, Organisation, Betriebs- und Geschäftsmodell gibt es derzeit noch keinen blue-print. Aber die Erfolge zeigen, dass es lohnt, heute zu starten.
  • Geschäftsmodelle rechnen sich wahrscheinlich nicht über die „Killerapplikation“ sondern über die Summe von erfolgreichen Applikationen. Hier entsteht schon jetzt eine enorme Vielfalt an Anwendungen und dies wird sich wahrscheinlich weiter fortsetzen.

2. Tag

Am zweiten Tag wurden dann durch Technikvorträge von Vertretern von MultiTech zu LoRa Security und LoRa Kapazitätsmanagement weitere Impulse gesetzt aber insbesondere der intensive Erfahrungsaustausch der Teilnehmer fortgeführt. Sehr offen tauschte man sich über den jeweiligen Stand der LoRa Initiativen in den einzelnen Städten aus und beschieb laufende Projekte von der Parkraumüberwachung, der Luftqualitätsmessung in der Stadt aber auch in Schulgebäuden und Konferenzräumen, der Anbindung von Industrieanlagen, Wasserzählern, Submetering, Überwachung von Trafostationen etc.

In einem weiteren Vortrag gewährte auch Mainz tiefen Einblick in den aktuellen Stand und die Planung. Mainz konnte hier sehr schnell Erfahrungen aufbauen, da man nur ein (geliehenes) Gateway installieren musste, welches dann per LTE mit dem schon seit mehreren Jahren stabil betriebenen LoRa Netzwerkserver von der Entega/Count&Care verbunden ist. Mainz wurde hierbei ein eigener „Mandant“ zur Verfügung gestellt, so dass hier in einer getrennten Umgebung und ohne größere Investitionen gestartet werden konnte. Herr Jorba von der Count&Care betont, dass dieses Konzept „Gateway-as-a-Service“ auch anderen Stadtwerken offen steht.

Q-loud kann aus eigener Erfahrung sagen, dass dieses Konzept wirklich schnell und reibungslos funktioniert, denn auch Q-loud nutzt als LoRa-Hardware-Entwicklungspartner der Entega das „Gateway-as-a-Service“ Konzept und betreibt ein LoRa Gateway auf dem Gebäude unserer Muttergesellschaft QSC AG in Köln. 

Was bewegt und Fazit

Zum Ende der Veranstaltung konzentrierte sich die Diskussion dann stark auf organisatorische Fragen zur Einführung: was muss aufgebaut werden, welche Anwendungen bieten sich an, wie arbeite ich mit den Vertretern der Stadt zusammen und mit welchen Argumenten hole ich diese ins Boot? Hier konnte von den Erfahrungen der Vorreiter profitiert werden und die eigenen Erfahrungen ergänzt werden.

In der Abschlussrunde gab es wohlverdientes Lob an den Initiator, den Gastgeber und das Organisationsteam aber insbesondere auch sehr viel Zuspruch, den unbedingten Wunsch, diese Veranstaltung weiterzuführen und auch durch weitere Hilfsmittel den Austausch zwischen den Teilnehmern zu fördern. Schön wäre auch, in einer der kommenden Veranstaltungen hands-on Exponate der Teilnehmer vorgestellt zu bekommen, so dass man – sofern passend – auch konkrete Anwendungen übernehmen kann. Interessanterweise waren die Teilnehmer, die aktuell noch keine Infrastruktur aufgebaut haben, ausnahmslos motiviert, mit der konkreten Zeitvorstellung bis Sommer/Q3.2018 auch in das Thema einzusteigen.

Mein Fazit zur Veranstaltung:

Ich habe lange nicht mehr eine so fachlich interessante und motivierende Veranstaltung erlebt. Es ist klar erkennbar, dass die mutigen Pioniere und Wegbereiter hier eine Entwicklung eingeleitet haben, die das Potential für eine nachhaltige Veränderung hat. Das enge Zusammenspiel von Bedarfsträgern aus der Stadt und technischen Enablern bei Stadtwerken wird in diesem Jahr zu einer Vielzahl von Anwendungen führen und ganz neue Zeichen setzen. Unsere Strategie von Q-loud, unsere langjährige Entwicklungs- und Produktionserfahrung zu nutzen und mit hochqualitativen LoRa-Endgeräten (Sensoren, Aktoren, Adapter) an dieser Entwicklung teilzunehmen, sehe ich hier voll bestätigt. Besonders freue ich mich darauf, beim nächsten Treffen unsere LoRa Version unseres Topsellers  EnergyCam mitbringen zu können, womit weitere Anwendungsfälle im Energiemanagement mit LoRa umgesetzt werden können.

Gefühlsmäßig habe ich mitgenommen: „Smart City“ in Deutschland … läuft!

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Christian Pereira

Christian Pereira

Christian J. Pereira ist Geschäftsführer von Q-loud, einem der führenden Full-Stack IoT-Anbieter. Der studierte Maschinenbauer und Informationswissenschaftler (Dipl.-Ing., Dipl.-Inf.wiss.) verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Telekommunikationsindustrie. Er war Mitgründer eines Beratungsunternehmens für die Deutsche Telekom-Gruppe, wo er maßgeblich für das Wachstum von 2 auf 250 Mitarbeiter verantwortlich war, und eines Cloud-Unternehmens für die dtms AG, welches er später an die SDAX notierte D+S AG veräußerte. Zuletzt war Christian Pereira Mitgründer der neuland GmbH & Co. KG, einem auf die digitale Transformation spezialisierten Beratungsunternehmen.

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